„Klimaziele und Fortschritt – Chancen für den Holzbau?“

Ein Artikel von Raphael Zeman | 22.09.2026 - 10:39
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© Holzbau Schweiz

Die von der Sektion Region Basel organisierte Veranstaltung begann mit dem Impulstag Holz. Referate und Podiumsdiskussionen widmeten sich der Frage, ob regulatorische Vorgaben den Wandel im Bauwesen erschweren oder als Orientierung und Innovationsmotor wirken können.

Den Auftakt machte Klimaphysiker Reto Knutti von der ETH Zürich mit seinem Vortrag „Klimaziele am Wendepunkt: Warum der Bausektor eine Schlüsselrolle einnimmt“. Er bezeichnete den Bausektor als einen zentralen Hebel für den Klimaschutz. Verzögerungen bei Entscheidungen würden notwendige Veränderungen verhindern. Ressourceneffizienz, Innovation und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen seien entscheidend, damit Holz sein Potenzial weiter entfalten könne.

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Anschließend beleuchtete Ingenieur und ehemaliger ETH-Präsident Lino Guzzella die Energieversorgung in der Baubranche. Unter dem Titel „Wo Wunsch auf Wirklichkeit trifft“ sprach er sich dafür aus, politische Zielsetzungen stärker an technischer Machbarkeit auszurichten. Klimaschutz brauche Innovation, aber auch wirtschaftliche Vernunft.

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass der Holzbau im sich wandelnden Marktumfeld über gute Voraussetzungen verfügt. Entscheidend sei, die eigenen Stärken konsequent zu nutzen. „Die Branche ist bereit, Verantwortung zu übernehmen – braucht dafür aber praktikable und verlässliche Rahmenbedingungen“, sagte Zentralpräsident Hansjörg Steiner.

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Die TCE-Mitglieder Simon Kathrein (Bundesinnungsmeister Österreich), Peter Aicher (TCE-Präsident und Präsident Holzbau Deutschland) und Hansjörg Steiner (Zentralpräsident Holzbau Schweiz) nutzten die Gelegenheit für den internationalen Austausch. „Es ist uns ein großes Anliegen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, den Holzbau zu forcieren und uns für bessere Rahmenbedingungen einzusetzen“, so Kathrein. © privat

Im Anschluss eröffnete Steiner die 118. Generalversammlung von Holzbau Schweiz. Er blickte auf die Entwicklung der vergangenen zwei Jahrzehnte zurück: Beschäftigte und Arbeitsstätten der Branche seien um rund 35 % gewachsen. Gleichzeitig verändern Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Automatisierung die Arbeitsprozesse. Herausforderungen sieht Steiner beim Rohstoff: Fichte, Tanne und Esche leiden zunehmend unter den Folgen des Klimawandels. Umso wichtiger sei es, die Wertschöpfungskette zu stärken und mit weniger Material mehr Leistung zu erzielen.

Direktorin Gabriela Schlumpf präsentierte aktuelle Kennzahlen aus dem Holzbau. Der Anteil von Holz bei Tragkonstruktionen stieg auf 19,1 %. Besonders im Mehrfamilienhausbau entwickelte sich der Marktanteil positiv: Innerhalb von zehn Jahren erhöhte er sich um 75 %. Die Auftragslage der Betriebe bleibt stabil. Im zweiten Quartal 2026 lag der durchschnittliche Arbeitsvorrat bei 24,7 Wochen.

Weitere Themen der Generalversammlung waren unter anderem die Klimastrategie Netto-Null 2050 sowie das Weiterbildungsangebot „Lebenslanges Lernen“ im Holzbau-LAB. Zum Abschluss ernannte die Versammlung Stefan Brügger, Urs Derendinger und Bruno Hüppi zu Ehrenmitgliedern.