Holzbauquote in Deutschland bis 2050 auf 50 %

Ein Artikel von Raphael Zeman | 04.08.2020 - 08:51
shutterstock_holzbau.jpg

© Shutterstock

Der Koalitionsausschuss der deutschen Bundesregierung beschloss Anfang Juni ein Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket zur Minderung der Folgen der Coronakrise in Wirtschaft und Gesellschaft. Der DHWR hat diesbezüglich ein Positionspapier veröffentlicht. Darin verweist man auf die Ziele des europäischen Green Deals und das Streben nach Klimaneutralität bis 2050. Dazu sei vor allem eine Weiterentwicklung des emissionsreichen Baubereichs vonnöten. Die deutsche Holzwirtschaft möchte ihren Beitrag dazu leisten, die Holzbauquote bis 2030 auf 30 % und in weiterer Folge bis 2050 auf 50 % anzuheben. Dazu seien aber Veränderungen, vor allem in drei Kernbereichen, unabdingbar.

Förderung von seriellem Bauen

Der Holzbau eignet sich aufgrund der leichten, aber technisch hochwertigen Bauweise sowie des hohen Vorfertigungsgrads ideal für die städtische Nachverdichtung und Aufstockung, betont der DHWR. Um den seriellen Bau weiter voranzutreiben, befindet man jedoch eine modernisierte Musterbauordnung sowie eine in allen Ländern einheitliche „Musterrichtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Bauteile in Holzbauweise für die Gebäudeklassen 4 und 5“ als unabdingbar. Zudem sollen Verwaltungspersonal, ausschreibende Stellen, Planer sowie Ausführende durch Schulungen die notwendigen Fachkenntnisse erhalten. Diesbezüglich schlägt man auch Beratungseinrichtungen in Form von „Kompetenzstellen für nachhaltige Bauweisen“ in den Bundesländern vor.

Klimaschutz im öffentlichen Bereich

Mit einem Auftragsvolumen von rund 500 Mrd. komme der öffentlichen Hand nicht nur eine zentrale Rolle als Auftraggeber, sondern auch in ihrer Vorbildfunktion zu. Der DHWR fordert dahin gehend einen kontinuierlichen Informationsfluss über geplante Projekte sowie stetige Ausschreibung über das gesamte Jahr hinweg. Dadurch sollen Planungssicherheit und eine effiziente Auslastung der Kapazitäten sowohl auf Unternehmens-, als auch Verwaltungsseite geschaffen werden. Auch wünscht man sich, Ökobilanzierungen als Bewertungskriterium für einen gestaffelten KfW-Zuschuss oder ein Zinsniveau einzuführen. Dadurch entstehende Mehrkosten könnten in Form von Förderungen kompensiert werden, so der DHWR.

Digitalisierung und Entbürokratisierung

Als dritten Punkt spricht das Positionspapier die Themen Digitalisierung und Entbürokratisierung an. So wünscht man sich beispielsweise eine durchgängig digitale Kommunikation zwischen Verwaltung und Antragstellern. Einmal eingereichte Unterlagen sollen für alle Beteiligten zentral hinterlegt werden und so der Zeitaufwand durch mehrfache Antragstellung und Behördengänge minimiert werden. Man verweist dabei auch auf die in Pandemiezeiten bereits etablierten Onlinekonferenzen, die eine zusätzliche Beschleunigung der Prozesse mit sich bringen könnten. Vor allem sei aber auch eine verbindliche Einführung von BIM zur Effektivitätssteigerung im Planungsprozess hinsichtlich Kosten, Terminen und Qualität maßgeblich. Dies soll wiederum durch Schulungen für Architekten, Planer, Ausführende und die öffentliche Hand erleichtert werden.

Der Deutsche Bundestag jedenfalls scheint das Forcieren des Holzbaus konkret ins Auge zu fassen. In einem Ende Juni veröffentlichten Antrag fordert man die Bundesregierung auf, ihre Vorbildfunktion als Bauherr wahrzunehmen. Das vermehrte Bauen mit Holz im Zuge einer Holzbauoffensive 2030 sowie den Abbau der bestehenden Hemmnisse für den Einsatz des natürlichen Baustoffes nennen CDU/CSU und SPD dabei als unumgängliche Maßnahmen.

Quelle: Deutscher Bundestag / Deutscher Holzwirtschaftsrat