|UPDATE vom 24.06.2026|
Nach einer mehrmonatigen Verzögerung infolge der Insolvenz des ursprünglich vorgesehenen Betreibers steht die Eröffnung des neuen Flughafenhotels in Schwechat nun unmittelbar bevor. Das Haus wird Ende Juni 2026 unter dem Namen „Leonardo Smart Vienna Airport“ seinen Betrieb aufnehmen.
Das Gebäude gilt als größtes Hotel Europas in Holzbauweise. Auf fünf Obergeschoßen entstanden insgesamt 510 Zimmer, für deren Errichtung rund 4000 m3 Brettsperrholz verbaut wurden. Dank eines hohen Vorfertigungsgrades konnte der Holzrohbau innerhalb von nur dreieinhalb Monaten fertiggestellt werden.
Mit der Eröffnung erhöht sich die Hotelkapazität am Flughafen Wien von bisher 904 auf 1414 Zimmer. Das neue Hotel verfügt über eine Bar, einen rund um die Uhr geöffneten Minimarkt, ein Fitnesscenter sowie einen Shuttlebus, der Gäste im 20-Minuten-Takt zu den Terminals bringt.
Fünf Geschoße in Holzbauweise wurden dank hohem Vorfertigungsgrad und durchdachter Logistik in nur dreieinhalb Monaten von Graf-Holztechnik in Schwechat errichtet. Theurl lieferte dafür 4000 m³ Brettsperrholz. © Leyrer + Graf
|ORIGINALARTIKEL vom 25.05.2025|
Dem Wunsch des Bauherrn entsprechend liegt der Fokus dabei auf dem größtmöglichen Einsatz ökologischer Baustoffe. Eine ÖGNI-Zertifizierung (das österreichische Pendant zur deutschen DGNB) in Gold wird angestrebt. Das von BKK-3 Architektur geplante Hotel wird über einen Längs- und drei Quertrakte verfügen, sechs Stiegenhäuser in Stahlbeton fungieren als aussteifende Kerne. Auf das Erdgeschoß in Stahlbeton werden fünf Geschoße in Holzbauweise aufgesetzt.
4000 m³ Brettsperrholz
Für den Holzbau liefert Theurl rund 4000 m³ Brettsperrholz (BSP). Dabei ist der gesamte Holzbauprozess auf das Maß der Deckenplatten ausgelegt, denn mit 3 x 14 m sind keine Sondertransporte notwendig. Daraus ergibt sich eine Standardzimmergröße von rund 3 x 6 m. Der Holzbau wird direkt vor Ort montiert und die Wände – aus Brandschutzgründen – mit einer Gipsbeplankung und einer Vorsatzschale für die Leitungsführung versehen. Die Zimmertrennwände werden ebenfalls in Gipskarton ausgeführt, die BSP-Decken wiederum in Sicht belassen. Die Lastabtragung folgt einem Dreifeldsystem über die Außen- bzw. Gangwände.
Mitte Januar startete Graf-Holztechnik, die für den Holzbau verantwortlich zeichnet, mit der Montage, welche in fünf Bauabschnitten erfolgte. Am ersten Tag wurden jeweils die Wände montiert und dann die von KVS Sansystem vorgefertigten Badmodule eingehoben, am Nachmittag folgte der Fenstereinbau und am zweiten Tag montierte man die Decken. Darauf folgte der Innenausbau, während darüber bereits das nächste Geschoß errichtet wurde. So wuchs das Gebäude um zwei Geschoße pro Woche und Bauabschnitt. Die gesamte Holzrohbaumontage (rund 10.900 m² BSP-Wände und 12.000 m² BSP-Decken) konnte innerhalb von nur dreieinhalb Monaten fertiggestellt werden. Ende 2025 soll das Hotel feierlich eröffnet werden.