Erfolgreicher Holzbau durch Teamarbeit

Ein Artikel von Birgit Fingerlos (für holzbau austria bearbeitet) | 04.02.2026 - 10:57
Bild1_Lex_Messner_Saurer_(c)proHolz _Tirol.jpg

proHolz Tirol-Geschäftsführer Rüdiger Lex mit dem Vortragenden Architekt Conrad Messner und proHolz Tirol-Vorstandsvorsitzenden Manfred Saurer (v. li.) © proHolz Tirol

Über 200 Gäste folgten der Einladung und erlebten einen ebenso fundierten wie inspirierenden Vortrag von Architekt Conrad Messner, Geschäftsführer von DIN A4 Architektur, Innsbruck. „Der Holzbau zeigt heute eindrucksvoll, dass er auch im urbanen Kontext eine leistungsfähige, wirtschaftliche und nachhaltige Lösung ist“, betonte Manfred Saurer, Vorstandsvorsitzender proHolz Tirol, in seiner Begrüßung.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand die neue Zentrale der Tiroler Versicherung in Innsbruck (holzbau austria berichtete). Der achtgeschossige Neubau zeigt die Leistungsfähigkeit großmaßstäblicher Holzkonstruktionen im innerstädtischen Kontext. Messner, dessen Büro auch das Congresszentrum Alpbach geplant hat, erläuterte den Entstehungsprozess und hob die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit hervor.

Ausgangspunkt war ein Architekturwettbewerb von 2021, den DIN A4 Architektur gewann. Der Bauherr setzte auf einen ressourcenschonenden Holzbau mit geringem ökologischem Fußabdruck und nachhaltigem Betrieb. „Es ging nicht um die billigste, sondern die beste Lösung für langfristige Gebäudebewirtschaftung“, erklärte Messner. Der Abbruch des Bestands erfolgte im Mai 2022, der Baustart im darauffolgenden Herbst, die Fertigstellung im Herbst 2023.

Zentrale Elemente des Entwurfs sind ein offenes Treppenhaus und hohe funktionale Effizienz. Das Gebäude wurde in Holzskelettbauweise mit Massivholzdecken und sichtbaren Holzoberflächen errichtet. Trotz Hochhausklassifizierung ermöglichte ein durchdachtes Brandschutzkonzept eine wirtschaftliche Lösung. „Holzbau muss man ganzheitlich denken – von der Statik über den Brandschutz bis zur Haustechnik. Wenn alle Disziplinen früh eingebunden sind, entstehen Lösungen, die sonst nicht möglich wären“, erläuterte Messner. 

Abschließend gab er einen Ausblick auf den Holzbau im Gesundheitswesen. Am Beispiel des Landeskrankenhauses Hall, Haus 2, zeigte er, wie Erfahrungen in neue Projekte einfließen. „Diskussionen müssen auf Augenhöhe geführt werden, nur so lässt sich Holzbau auch in sensiblen Bereichen weiterdenken“, resümierte Messner.

Zentrales Fazit des Vortrags war, dass erfolgreicher Holzbau auf gemeinsam definierten Zielen und der Bereitschaft beruht, Lösungen im Team zu entwickeln, was bei den Zuhörern auf große Resonanz stieß.