Holz als konstruktives und identitätsstiftendes Element

Ein Artikel von Birgit Gruber | 09.02.2026 - 11:57
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Der Campus öffnet sich mit durchgängig begrünten Außenräumen, die Begegnung, Aufenthalt und informelles Lernen zwischen Natur und Architektur verbinden. © Vivid Vision

Entworfen vom dänischen Architekturbüro Henning Larsen, ging das Projekt aus einem internationalen Wettbewerb mit 40 renommierten Büros hervor. Der 26.000 m2 große Neubau am Kanal im Entwicklungsgebiet Port Colbert bietet künftig Platz für rund 4700 Studierende. Herzstück des Campus ist eine zentrale Tragstruktur aus Holz, die nicht nur konstruktiv, sondern auch gestalterisch prägend ist. Sichtbare Holzoberflächen schaffen eine warme, identitätsstiftende Atmosphäre und stehen bewusst im Kontrast zur industriellen Vergangenheit des Areals. Damit verbindet der Entwurf die Geschichte des Ortes mit zeitgemäßer, nachhaltiger Baukultur.

Holzbau ermöglicht flexible Grundrisse

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Zentrales Holztragwerk im Innenraum: Die sichtbare Holzkonstruktion schafft ein offenes Lernfeld mit großzügigen Blickbeziehungen und natürlichem Licht. Holz steht hier für nachhaltige Materialität und räumliche Klarheit. © Vivid Vision

Der Holzbau erfüllt dabei mehrere Funktionen: Er ermöglicht flexible Grundrisse für die insgesamt 85 Unterrichtsräume, drei Hörsäle und ein öffentlich zugängliches Auditorium mit 750 Sitzplätzen, trägt zur Reduktion der grauen Energie bei und verbessert nachweislich das Raumklima. In Kombination mit großflächigen Verglasungen sorgt die Holzkonstruktion für eine hohe Tageslichtausbeute und eine nutzerorientierte Lernumgebung.

Ein zentrales Element ist die zum Kanal orientierte, terrassierte Grünlandschaft, die direkt mit der hölzernen Gebäudestruktur verbunden ist. Diese fungiert als Übergangszone zwischen Innen- und Außenraum und unterstützt das Konzept eines offenen, kommunikativen Campus. Ergänzt wird dies durch begrünte Innenhöfe und frei zugängliche Außenbereiche.

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Der neue Campus in Reims. © Henning Larsen

Holz spielt auch im ökologischen Konzept des Gebäudes eine Schlüsselrolle. Als nachwachsender Baustoff trägt es zur Reduktion von CO₂-Emissionen bei und unterstützt die ambitionierten Nachhaltigkeitsziele des Projekts. Der Campus strebt internationale Zertifizierungen wie LEED, WELL und E+C an und setzt auf ein ganzheitliches Verständnis von Umweltverträglichkeit, Energieeffizienz sowie Gesundheit und Wohlbefinden.

Eröffnung Ende 2026

Mit dem neuen NEOMA-Campus demonstriert Henning Larsen eindrucksvoll, wie moderner Bildungsbau und Holzbau zusammenwirken können: als flexible, nachhaltige und nutzerorientierte Architektur, die Lernen, Begegnung und Identifikation fördert. Der Campus soll Ende 2026 öffnen, mit einem Start des regelmäßigen Betriebs Anfang Januar 2027. 

Quelle: Henning Larsen