Über 30 junge Unternehmer und Führungskräfte – vom Bodensee bis zum Neusiedlersee – trafen sich zur zweiten Ausgabe des „pro Holz generation next“-Netzwerktreffens bei Theurl in Assling. © Günther Jauk
Mit „proHolz generation next“ hat proHolz Austria ein Format geschaffen, das junge Unternehmer und Führungskräfte der Holzbranche vernetzen soll. Ziel ist es, den Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg zu stärken und der nächsten Generation eine Plattform für Diskussion und Zusammenarbeit zu bieten. Die erste Ausgabe des Formats fand im vergangenen Herbst in der Südsteiermark statt und stieß auf großes Interesse. Laut Mitinitiator und Sprecher Anton Ruhdorfer zeigte sich dabei deutlich, dass der Bedarf nach Vernetzung groß ist. Teilnehmer aus ganz Österreich, von Vorarlberg bis Wien, kamen zusammen. Entscheidend sei eine Mischung aus unterschiedlichen Regionen und Unternehmensgrößen, damit auch der Austausch zwischen großen und kleineren Betrieben funktioniere.
Die Teilnehmer am Theurl-Rundholzplatz. Die Betriebsbesichtigung ist bei „generation next-Treffen“ bereits ein fester Bestandteil. © Günther Jauk
Beim zweiten Treffen kamen erneut junge Branchenvertreter aus dem ganzen Land zusammen, darunter auch mehrere neue Gesichter. Perspektivisch soll ein Pool von etwa 35 bis 40 Personen entstehen. Die Kombination aus Networking, Diskussionsrunde und Werksbesichtigungen hat sich bereits bei der Premiere bewährt und stößt weiterhin auf großes Interesse.
Einblick in Produktion und Diskussion über die Waldnutzung
Vor dem eigentlichen Treffen im Grandhotel Lienz lud Theurl Austrian Premium Timber zum Stammsitz nach Assling ein. Dort führte Gerald Theurl, ebenfalls Teil der proHolz generation next, durch das Sägewerk, das neue Pelletswerk und das BSH-Werk. Bei seiner Begrüßung verwies Theurl auf die internationale Bedeutung der vertretenen Unternehmen. „Rund fünf Prozent der globalen Schnittholzproduktion sind heute hier vertreten“, sagte Theurl. Die ausführliche Führung über den gesamten Standort, begleitet von mehreren Mitgliedern der Familie Theurl, stieß bei den Teilnehmern auf großes Interesse.
Hochkarätige Runde in Lienz: Roland Theurl, Stefan Theurl, Markus Schmölzer, Anton Ruhdorfer, Michael Johann, Christian Benger, Richard Stralz und Hannes Theurl (v. li.) © Günther Jauk
Danach diskutierte Anton Ruhdorfer gemeinsam mit den Forstwirten und ehemaligen Politikern Christian Benger (Forstgut Wallersberg, Griffen) und Michael Johann (Forstverwaltung Freibach, St. Margareten im Rosental) über die aktuelle und künftige Rohstoffsicherung durch aktive Waldbewirtschaftung. In einer offenen Diskussion mit Vertretern der österreichischen Holzindustrie und dem Publikum wurden unterschiedliche Blickwinkel deutlich. Gleichzeitig zeigte sich der gemeinsame Wille, tragfähige Lösungen für die Zukunft der Wertschöpfungskette zu entwickeln. „Die Zukunft unserer Wälder entscheidet sich nicht im Schwarz-Weiß, sondern im Dialog“, fasste Ruhdorfer die Diskussion im Anschluss zusammen.
Format langfristig etablieren
Bei proHolz Austria soll das Netzwerk langfristig einen festen Platz erhalten. proHolz-Obmann Richard Stralz und Geschäftsführer Georg Binder kündigten in Lienz an, „proHolz generation next“ als Ziel und Projekt strukturell in den proHolz-Statuten zu verankern. Damit soll das Programm dauerhaft abgesichert werden. Geplant sind künftig zwei bis drei Treffen pro Jahr. Neben Betriebsbesichtigungen und Diskussionsrunden sollen auch Themen aus Forschung und Politik einbezogen werden.
Ein nächstes Treffen ist an der TU Wien geplant, wo man unter anderem Forschungsprojekte der HS Timber Group zeigen will. Weitere Ideen reichen von einem Treffen in einer Holzbauregion wie Vorarlberg oder Südtirol bis zu einem möglichen Besuch in Brüssel, um Entscheidungsprozesse der EU besser nachvollziehen zu können. Auch ein Austausch im Rahmen der Holzmesse Klagenfurt steht zur Diskussion. Die Initiatoren sehen in „generation next“ eine langfristige Plattform, auf der sich junge Führungskräfte der Branche austauschen, gemeinsame Themen weiterentwickeln und schrittweise in die Interessenvertretung hineinwachsen können.