Das Zukunftsforum Oberkochen zählt zu den ambitionierten Holzbauprojekten Baden-Württembergs. Es soll als Demonstratorbauwerk einer neuen Holzbauweise dienen. Geplant ist unter anderem der Einsatz der Universal Timber Slab (UTS), einer neuartigen Holzdeckenkonstruktion, die als Alternative zum klassischen Stahlbetonbau gilt.
Mit der Übergabe des Förderbescheids Ende Juli erhielt das Vorhaben Fördermittel in Höhe von insgesamt 7,5 Mio. €. Davon stammen 5 Mio. € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie 2,5 Mio. € aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR). Nach Angaben des Ministeriums soll das Zukunftsforum als moderner Wissens- und Transferort den Technologietransfer stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Holz- und Bauwirtschaft fördern.
Seit den ersten Planungen haben sich die Investitionskosten erheblich erhöht. Während zunächst von rund 16 Mio. € ausgegangen wurde, liegt die jüngste Kostenberechnung bei rund 21,5 Mio. €. Für die Stadt Oberkochen verbleibt damit ein Eigenanteil von rund 14 Mio. €. Ein prominenter Kritiker ist der ehemalige Zeiss-Vorstandsvorsitzende Michael Kaschke. Er warnte öffentlich vor den finanziellen Risiken und stellte insbesondere die langfristige Wirtschaftlichkeit des Vorhabens infrage. Seine Bedenken fanden im Gemeinderat jedoch keine Mehrheit. CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen votierten für die Umsetzung des Projekts.
Holzbau als Innovationsplattform
Nach den jüngsten Planungen könnte der Spatenstich Anfang April 2027 erfolgen. Die Inbetriebnahme ist für April 2029 vorgesehen, der Fördermittelabschluss bis Juni 2029. Bereits während der Bauphase sollen Fachveranstaltungen, Baustellenführungen und Workshops stattfinden. Damit kann das Vorhaben als Demonstrationsprojekt für innovativen Holzbau genutzt werden.
Geplant sind Konferenz- und Ausstellungsflächen, Makerspaces, Werkstätten sowie Labore. Ziel des Zukunftsforums ist es, Unternehmen, Hochschulen, Planer, Handwerksbetriebe und Start-ups dauerhaft miteinander zu vernetzen und Innovationen schneller in marktfähige Anwendungen zu überführen.