Alfred Rubner verstorben

Ein Artikel von Gerd Ebner | 05.09.2026 - 10:40
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Alfred Rubner 1944-2026 © Rubner Gruppe

Alfred Rubner widmete einen wesentlichen Teil seines Lebens dem Holz und insbesondere dem modernen Ingenieurholzbau. 1976 trat er als Gesellschafter in die Holzbaugesellschaft in Brixen ein.

Damals wurde die italienische Bauwirtschaft vor allem von Stahl und Stahlbeton geprägt. Holz als tragender Baustoff spielte kaum eine Rolle. Der Verstorbene erkannte früh die Möglichkeiten des Brettschichtholzes. Mit unternehmerischem Mut, Beharrlichkeit und großer Überzeugungskraft setzte er sich gemeinsam mit seinen Brüdern und Mitarbeitern dafür ein, diesen Werkstoff bei Architekten, Ingenieuren und Bauherren zu etablieren.

Damit leistete er einen entscheidenden Beitrag zum Aufbau des modernen Ingenieurholzbaus in Italien. Alfred Rubner wurde faktisch zum „Mr. Travi Lamellari“ in Italien.

Unter seiner Führung entwickelte sich Rubner Holzbau in Brixen zu einem führenden Unternehmen für technisch anspruchsvolle Holztragwerke. Aus einem damals wenig beachteten Baustoff wurde eine anerkannte Lösung für Hallen, öffentliche Gebäude, Sportstätten, Industrieanlagen und anspruchsvolle Architektur.

Sein Blick reichte weit über Südtirol und Italien hinaus. Er verstand den Ingenieurholzbau als Aufgabe, bei der technische Qualität, verlässliche Zusammenarbeit und Verantwortung gegenüber kommenden Generationen zusammengehören. Die internationale Entwicklung von Rubner Ingenieurholzbau trägt bis heute die Spuren dieser Aufbauarbeit. Das Unternehmen ist inzwischen mit mehreren Standorten in Europa vertreten und realisiert Holzbauprojekte weit über die ursprünglichen Märkte hinaus.

Eine besondere Anerkennung erhielt Alfred Rubner 2010 beim Internationalen Holzbau-Forum in Garmisch-Partenkirchen. Dort wurde er für sein Lebenswerk und den Pioniergeist ausgezeichnet, mit dem er den Ingenieurholzbau über Jahrzehnte vorangebracht hatte.