Millimeterarbeit entschied über den Sieg

Ein Artikel von Birgit Gruber | 08.09.2026 - 09:19

Balken anreißen, Winkel berechnen, Holzverbindungen ausarbeiten und Bauteile millimetergenau zusammenfügen: Beim Bundeslehrlingswettbewerb der Zimmerer war höchste Präzision gefragt. Im Rahmen der 58. Internationalen Holzmesse in Klagenfurt traten Österreichs beste Zimmererlehrlinge gegeneinander an. Über zwei Tage hinweg mussten sie ein Wettbewerbsprojekt umsetzen, dessen konkrete Aufgabenstellung sie erst kurz vor Beginn kennenlernten.

„Der Wettbewerb war in dieser Form nur mit der Unterstützung der Kärntner Messen unter der Leitung von Dr. Bernhard Erler und Projektleiter Charly Platzer möglich. Sie haben als Kooperationspartner einfach tolle Arbeit geleistet. Aber auch unserer Ausschussmitglieder haben tatkräftig angepackt. Die Aspiranten zur Holzbaumeisterprüfung haben ebenso geholfen, wie die besonders fleißigen Heinzelmännchen, Innungsgeschäftsführer Harald Dörfler mit Gerhild Samonik und Claudia Tragl-Küffe. Ein Dank gebührt den vielen Sponsoren, die Geldbeträge, Sachpreise und Unterstützungen in der Abwicklung geleistet haben. Letztlich bedanke ich mich auch bei den drei Teilnehmer aus Kärnten und allen Akteuren, die bei der Herstellung unserer Kurzvideos zur Bewerbung der Veranstaltung mitgewirkt haben“, erklärt Kärntens Landesinnungsmeister Fritz Klaura.

Die drei Besten

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Diese Zimmerer holten sich die Stockerlplätze: Florian Hollaus (Mitte), Peter Gabriel (re.) und David Luttenberger © WKK I PSB

Den ersten Platz und damit den Bundessieg sicherte sich Florian Hollaus aus Niederösterreich, der an der Landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof ausgebildet wird. Peter Gabriel aus Oberösterreich, Lehrling bei Kapl Bau, belegte den zweiten Platz. Auf Rang drei landete David Luttenberger aus der Steiermark, der bei Almholz arbeitet.

Für die Teilnehmer bedeutete der Wettbewerb nicht nur handwerkliche Genauigkeit, sondern auch Arbeiten unter hohem Zeitdruck. Nach dem Lesen der Pläne mussten die Lehrlinge die Konstruktion aufreißen, die einzelnen Bauteile zuschneiden und anschließend passgenau zusammenbauen. Schon kleinste Abweichungen konnten dazu führen, dass die Holzverbindungen nicht sauber ineinandergreifen. Bewertet wurden unter anderem Maßhaltigkeit, Ausführung, Qualität der Holzverbindungen und der Gesamteindruck der fertigen Werkstücke.

Organisiert wurde der Bundeslehrlingswettbewerb von der Bundesinnung Holzbau und der Landesinnung Holzbau Kärnten. Auch drei Kärntner Nachwuchszimmerer waren beim Heimspiel in Klagenfurt vertreten. Joel Feldner von Holzbau Bretis, Tobias Napetschnig von Reiter – Lavanttaler Holzbau und Fabian Krammer-Plattner von der Zimmerei Franz Roth hatten sich über den Landeslehrlingswettbewerb für den Bundesbewerb qualifiziert. Für einen Podestplatz reichte es diesmal nicht.

Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, wie viel handwerkliches Können, Genauigkeit und planerisches Denken der Zimmererberuf bereits in der Ausbildung verlangt. Die Siegerehrung fand im Rahmen der Internationalen Holzmesse in Klagenfurt statt.

Quelle: WKK