350 Gleichgesinnte mit vollem Elan

Ein Artikel von Kathrin Lanz | 12.02.2024 - 10:43
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Landesinnungsmeister Simon Kathrein dankte in seiner Eröffnungsrede dem OK-Team, bestehend aus seinem Stellvertreter Leonhard Huetz, Holzbau-Meister Engelbert Schrempf, Stefan Pertl von schlossmarketing, Innungsgeschäftsführer Matthias Marth sowie OK-Chef Martin Stöckl. © Martin Vandory

Eine Besonderheit bei der Bildungswoche in Alpbach ist, dass es kaum Anmeldungen im Vorfeld gibt. Wieviele Zimmerer und Holzbau-Meister tatsächlich ins Alpendorf reisen, ist für die Veranstalter rund um Landesinnungsmeister Simon Kathrein Jahr für Jahr eine Überraschung. Zum ersten Mal gab es heuer aber die Möglichkeit, sich auf der digitalen Anmeldeplattform inklusive Frühbucherbonus zu registrieren. Dieses Angebot wurde von rund 100 Teilnehmern genutzt. Mit über 350 Anwesenden übertraf die tatsächliche Anzahl die Anmeldungen aber bei Weitem. Am dritten Veranstaltungstag mussten gar zusätzliche Stühle in den Saal getragen werden, um dem Ansturm gerecht zu werden. Das zeigt: Das Interesse an aktuellen Forschungsthemen, der Wille zum Austausch unter Gleichgesinnten und das Verlangen danach, Energie zum Start eines neuen Holzbaujahres zu schöpfen, ist ungebrochen. 

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Volles Haus in Alpbach: Im Mix aus spannenden Fachvorträgen und hochkarätigen fachfremden Referenten liegt das Erfolgsrezept der Bildungswoche. Das Auditorium weiß den Aufwand des Organisationskomittees zu schätzen und honoriert die Mühe mit höchster Aufmerksamkeit. © Martin Vandory

Von Holzbau-Meister zu Holzbau-Meister

Der schon angesprochene und bestebesuchte dritte Veranstaltungstag war zudem besonders, weil ein ganz neues Format Premiere feierte. Neben den spannenden Fachvorträgen nahm heuer eine Serie ihren Anfang, die Unternehmer von Innovationsbetrieben zu Wort kommen lässt. Gemeinsames Merkmal: Sie prägen die Holzbaulandschaft Österreichs maßgeblich. Diesmal traten Harald Berchtold und Christof Weissenseer auf. Zu deren Auftritt gibt es in den nächsten Tagen einen Bericht.

Heiß diskutiert: Außernutzungsstellung

Für viel Wirbel in der Holzbranche sorgt derzeit die Diskussion um die Außernutzungsstellung und die damit verbundenen Reglementierungen der EU.  Die Skepsis gegenüber zu erwartetenden Veränderungen diesbezüglich war auch in Alpbach deutlich spürbar. Live aus Brüssel per Videocall zugeschalten nahm der EU-Abgeordnete Alexander Bernhuber Stellung. „Wir diskutieren auf EU-Ebene sehr viel darüber, dass nur ein ungenutzter Wald ein guter Wald sei. Nur, es stimmt halt einfach nicht“, kommentierte Bernhuber. Auch nach dem Vortrag von Dr. Georg Rappold, Leiter des Geschäftsfelds „Holzbasierte Wertschöpfungskette“ des Bundesministeriums waren die möglichen Einschränkungen der wirtschaftlichen Nutzung des Waldes Thema. „Da sind wir rigide und skeptisch und tun unser bestes, die Souveränität behalten zu können“, sagte Rappold darauf angesprochen.

„Die kleine Walz“: mitmachen, Stelle anbieten!

Am anderen Ende der Wertschöpfungskette geht es um die jungen Fachkräfte, die man stetig für den Holzbau gewinnen möchte. Begeisterung könnte beispielsweise das in Alpbach vorgestellte Konzept „Die kleine Walz“ bei Jungzimmerern auslösen. Dahinter steckt ein Austauschsemester von mindestens sechs Monaten, das in Kooperation mit Holzbau-Baden-Württemberg und dem Ausbildungszentrum Biberach über die Bühne geht. Alle österreichischen Zimmereibetriebe können mitmachen und einen Lehrling aus Deutschland bei sich aufnehmen sowie in einen Partnerbetrieb entsenden.

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Dass auch die 54. Bildungswoche im kommenden Jahr ein solcher Erfolg wird, dafür sorgen unter anderem die niederösterreichsichen Zimmerer, die heuer wieder besonders zahlreich erschienen sind. Und das Organisationskomitee, das jetzt schon am Programm für 2025 tüftelt.. © Kathrin Lanz

All diese und viele weitere spannenden Themen kamen in Alpbach innerhalb einer Woche aufs Tableau. Weitere holzbau austria-Beiträge geben in den kommenden Wochen ergänzend Einblick in die Fachvorträge der Bildungswoche.