Update

Holz, Stroh und Lehm für Unineubau

Ein Artikel von Birgit Gruber | 14.01.2026 - 08:20

|Update vom 14.01.2026| 

Das Tragwerk besteht überwiegend aus Brettsperrholz- und Brettschichtholzelementen. Zum Einsatz kommen zudem biobasierte Dämmstoffe wie Stroh und Schafwolle sowie Re-use-Materialien, unter anderem bei der vorgehängten Holzfassade aus Abschnittsholz. Insgesamt wurden rund 230 m³ Holz verbaut, wodurch das Gebäude als CO₂-Speicher wirkt.

Das Gebäude in Zahlen:

  • 230m³ verbautes Holz senken die Gesamtemissionen des Gebäudes um (-) 157 Tonnen C02 Äquivalente.
  • Als weiteren nachwachsender Rohstoff wurden 260m³ Stroh als Dämmmaterial und in gepresster Form als Akustikpaneele eingesetzt. 
  • Die Emissionen werden weiters um (-) 37 t C02 Äquivalente gesenkt. 
  • 42m³ Schafwolle als Hohlraumdämmung schließen das „essbare“ bzw. kompostierbare Gebäude ab. 
  • Der durchdachte Einsatz der verbauten Materialien ermöglichen bei Betrachtung des gesamten Herstellungsprozesses einen Emissionsspeicher von (-)122 t C02 Äquivalenten.

Trotz der geringen Größe versteht sich der Neubau als skalierbares Vorzeigeprojekt für den Bildungsbau. Das Gebäude wird mit klimaaktiv Gold ausgezeichnet und zeigt das Potenzial des regenerativen Holzbaus im urbanen Kontext. Der Leitspruch der Hochschule „Mit der Natur leben lernen“ wird damit nicht nur in der Lehre, sondern auch architektonisch vermittelt.

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Der Spatenstich für das neue Hörsaalzentrum erfolgte Anfang Oktober. © Paul Gruber

|ORIGINALARTIKEL vom 22.10.2024| 

Die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik im 13. Wiener Gemeindebezirk ist österreichweit die einzige pädagogische Hochschule für die Bereiche Landwirtschaft und Umwelt und hat ihren Standort in Wien. Träger ist das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft. Aufgrund von akutem Platzmangel erfolgte Anfang Oktober der Spatenstich für ein neues Hörsaalzentrum. Dieses wird am Areal der Hochschule anstelle des baufälligen ehemaligen Gärtnerhauses errichtet. Für die Architektur sind MAGK Architekten aus Wien zuständig. Mit einer Fläche von etwa 570 m2 entsteht ein großer Seminarraum sowie Büroräumlichkeiten. Diese werden von den Studierenden der Hochschule sowie dem Zentrum für Weiterbildung genutzt. „Damit können wir die Erfordernisse für einen zeitgemäßen Lehr- und Forschungsbetrieb bestens abdecken“, so der Rektor der Hochschule für Agar- und Umweltpädagogik Thomas Haase.

Mit der Natur leben lernen

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Besonderes Augenmerk wird auf die Verwendung von lokalen, nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Stroh und Lehm gelegt.  © MAGK Architekten

Das Projekt steht ganz im Motto „Mit der Natur Leben lernen“. Der Einsatz nachhaltiger Baumaterialien sowie die ganzheitliche Betrachtung des Lebenszyklus des Gebäudes standen bei der Planung im Fokus. „Der Neubau wird in Holzbauweise ausgeführt, die Außenwand- und Dachdämmung besteht aus Stroh, für die Installationsebene und die Innenwände kommt Schafwolle zum Einsatz. Ein besonderes Merkmal ist die Fassade aus Abschnittsholz und der Bodenbelag im Foyer aus Abbruchsteinen. Bereits abgebrochene Materialien erhalten hier ein zweites Leben. Um den Rückbau zu ermöglichen, wird auf sortenreine und trennbare Bauteile geachtet“, beschreiben die Architekten das Konzept. Durch eine sehr gut gedämmte Außenhülle kann das Gebäude mit geringem Energieeinsatz betrieben werden. Die Bruttoinvestitionskosten liegen in der Höhe von ca. 3,5 Mio. €, die Übergabe und die Eröffnung sind für Ende 2025 geplant.

Quellen: MAGK Architekten, BML