Sys.Wood: Forschungsergebnisse präsentiert

Ein Artikel von Raphael Zeman | 14.04.2026 - 08:49
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© Florian Fasching

Zentrales Thema des kooperativen Forschungsprojekts Sys.Wood war die Systemoptimierung im österreichischen Holzbau mit dem Ziel, Planungs-, Vorfertigungs-, Bau- und Nutzungsprozesse systematisch zu analysieren, bestehende Schnittstellen zu identifizieren und darauf aufbauend Methoden und Prinzipien für eine robuste, effiziente und zukunftsfähige Holzbaupraxis zu entwickeln, so der Abschlussbericht. Besonderen Fokus legten die Forschenden dabei auf die Verknüpfung humaner und digitaler Prozesse, die Erhöhung der Ausführungsqualität sowie die Integration lebenszyklus- und kreislaufwirtschaftlicher Ansätze.

Dazu wurden vier Arbeitspakete gebildet: eines zu den Planungsmethoden für den Holzbau, mit Schwerpunkt auf digitalen und organisatorischen Schnittstellen, eines zu technisch resilienten Hochbaukonstruktionen mit der Bewertung und Optimierung bewährter Holzbaudetails, eines zum Thema Holzbau im Lebenszyklus mit Fokus auf Instandhaltung und Wiederverwendung sowie ein Arbeitspaket zum Qualitätsmanagement im Holzbau. So wurde der gesamte Lebenszyklus von Holzhochbauten von der Planung über die Vorfertigung und Errichtung bis hin zur Nutzung und zum potenziellen Rückbau abgebildet.

Ende Februar wurden die Ergebnisse von Mitgliedern der Forschungsgruppe aus Wissenschaft, Planung und Praxis vorgestellt, begleitet von Keynotes und Präsentationen von gebauten Projekten der beteiligten Partnerunternehmen.

Univ. Prof. Dr. Benjamin Kromoser und Dr. Marc Pantscharowitsch von der BOKU Wien eröffneten die Veranstaltung mit einem Einblick in die Planungsprozesse sowie die digitalen und organisatorischen Schnittstellen im Holzbau. Die beiden Professoren verwiesen darauf, dass die hohe Vorfertigungstiefe frühzeitige Planungsentscheidungen unter Einbeziehung von Holzbauexpertise, eine frühe Einbindung der Fachplaner, durchgängige Open-BIM-Schnittstellen sowie klare Kommunikationsregeln erfordert.

Univ. Prof. Dr. Gottfried Mauerhofer (TU Graz) präsentierte die Anwendung des Lean-Baumanagements und dessen positive Auswirkungen auf Qualität und Effizienz in Planung und Ausführung. Lean-Methoden und Werkzeuge seien gut geeignet, um konkret in Holzbaubetrieben und deren Produktionsprozessen eingesetzt zu werden.

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Der Vortrag von Johannes Würzler (TU Graz) widmete sich dem Thema resiliente Holzbaudetails von der Praxis zur Forschung und zurück. In diesem Arbeitspaket wurden Holzbaudetails für den mehrgeschoßigen Holzbau untersucht, bewertet und unter Einbindung erfahrener Planer und ausführender Unternehmen konkrete Empfehlungen erarbeitet.

Prof. Dr. Markus Wallner-Novak (FH Joanneum) berichtete über den Themenbereich Lebenszyklus und Kreislaufwirtschaft, mit Fokus auf Repair und Reuse aus den 10 R-Prinzipien der Nachhaltigkeit. Neben Maßnahmen zur Werterhaltung und Lebensdauerverlängerung durch Instandhaltung wurde von der TU Wien auch der aktuelle Stand der Rückbaubarkeit von Holzbauten untersucht. Ebenso wurden Voraussetzungen für eine möglichst zerstörungsarme Demontage und Wiederverwendung von Bauteilen analysiert und die Bewertung des Lebenszyklus einbezogen.

Abgerundet wurde das Programm durch Keynotes und Berichte aus der Holzbaupraxis von Pirmin Jung und Dr. Sonja Geier (Hochschule Luzern) sowie einer abschließenden Podiumsdiskussion, bevor die rund 180 Teilnehmer den Abend beim gemütlichen Netzwerken im zur Veranstaltung passenden Kuppelsaal ausklingen ließen.

Das Projekt mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft und Praxis wurde vom Holzcluster Steiermark koordiniert und von Unternehmen aus der Industrie unterstützt. Der Abschlussbericht steht hier zum Download bereit.