Das Ergebnis der TU-Wien-Studie bringt wichtige Fakten ans Tageslicht. Durch Holz- und Holzhybridkonstruktionen können in der Herstellungsphase durchschnittlich 204 kg CO₂-Äquivalente pro Quadratmeter Bruttogeschoßfläche eingespart werden. Damit lässt sich das Treibhauspotenzial gegenüber vergleichbaren Stahlbetonbauten um bis zu 50 % reduzieren.
Die größten Einsparpotenziale liegen laut Studie in der Tragstruktur und bei den Geschoßdecken, da hier die größten Materialmengen verbaut werden. Auch bei höheren Gebäuden bleibt der Klimavorteil bestehen, wenngleich das Potenzial aufgrund zusätzlicher Anforderungen an Tragwerk, Brand- und Schallschutz etwas geringer ausfällt.
Einsparungspotenzial nach Gebäudeklassen
| Gebäudeklasse | CO₂-Einsparpotenzial |
|---|
| GK 3 | ca. 236 kg CO₂e/m² BGF |
| GK 4 | ca. 218 kg CO₂e/m² BGF |
| GK 5 | ca. 160 kg CO₂e/m² BGF |
Ein Wohngebäude mit 5000 m² Bruttogeschoßfläche kann durch eine Holz- oder Holzhybridbauweise rund 1000 t CO₂-Äquivalente vermeiden beziehungsweise langfristig speichern. Grundlage dafür sind sowohl die Substitution emissionsintensiver Baustoffe wie Beton und Stahl als auch die Kohlenstoffspeicherung im Holz.
Die Forschenden sehen im Holzbau einen wichtigen Hebel zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors. Bereits moderate Steigerungen des Holzbauanteils im mehrgeschoßigen Wohnbau könnten die jährlichen CO₂-Einsparungen in Österreich bis 2050 deutlich erhöhen. Die Studie wurde von der TU Wien gemeinsam mit Praxispartnern durchgeführt und aus dem Waldfonds der Republik Österreich gefördert.
Relevante Projektinfos
Projektteam
TU Wien – BMLUK Stiftungsprofessur für Holzbau und Entwerfen im urbanen Raum
Univ.-Prof. Juri Troy (Projektleitung)
Projekt-Ass. Kerstin Schön
Univ-Ass. Jakobus Schwarz M.A. (Subprojektleitung)
Projektpartner
proHolz Austria, AllesWirdGut Architektur, einzueins architektur, MAGK Architekten
Projektlaufzeit
1. April 2024 bis 31. März 2026
Förderung
Waldfonds der Republik Österreich
FFG – Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft