Nachhaltigkeit beginnt nicht zwangsläufig mit einem Neubau. Das dänische Architekturbüro Henning Larsen verfolgt beim geplanten Mill Green District in Perth, Australien, einen konsequenten Bestandsansatz. Drei bestehende Bürogebäude sollen erhalten, angepasst und durch neue öffentliche Räume, Begrünung und zusätzliche Nutzungen zu einem zusammenhängenden Quartier entwickelt werden. Statt die vorhandenen Gebäude zu ersetzen, versteht das Planungsteam deren Strukturen und Materialien als Ressource. Gezielte Eingriffe sollen die Gebäude funktional und räumlich weiterentwickeln, gleichzeitig sollen neue Wege, Grünräume, Gastronomie-, Retail- und Gemeinschaftsflächen entstehen. „Unser Ausgangspunkt war die Frage, wie die bestehenden Strukturen und die vorhandenen materiellen Ressourcen die Grundlage für die Transformation bilden können“, sagt Thomas Hobbs, Design Director bei Henning Larsen. Ziel sei es, die Organisation und Identität des Areals zu stärken und gleichzeitig Bewegung, Nutzung und Aufenthaltsqualität zu verbessern.
Biobasierte Materialien und Holz ergänzen den Bestand
Neben der Weiterverwendung der bestehenden Bausubstanz sieht das Konzept den Einsatz neuer biobasierter Materialien wie Holz vor. Gemeinsam mit Landschaftsgestaltung, Verschattungselementen und neuen öffentlichen Räumen sollen sie den Bestand ergänzen. Konkrete Angaben zu Holzbauteilen oder einem Holztragwerk macht Henning Larsen in der vorliegenden Presseaussendung allerdings noch nicht. Das Projekt ist daher nicht als klassisches Holzbauprojekt einzuordnen, sondern vor allem als Beispiel für adaptive Wiederverwendung und ressourcenschonendes Weiterbauen.
Die Entwicklung soll schrittweise erfolgen. Zunächst werden die Lobby-, Erdgeschoß- und Podiumsbereiche rund um 197 St Georges Terrace und 5 Mill Street weiterentwickelt. In späteren Phasen ist auch die Transformation des gemischt genutzten Turms an der 1 Mill Street vorgesehen. Das Projekt zeigt damit einen Ansatz, der für das nachhaltige Bauen zunehmend relevant wird: Nicht der Ersatz bestehender Gebäude steht im Mittelpunkt, sondern deren Weiterverwendung, Anpassung und Ergänzung mit neuen, ressourcenschonenden Materialien.
Quelle: Henning Larsen