Als Projektträger und Betreiber des am 21. September eröffneten AZH tritt die FH Aachen auf. „Zukünftig werden verstärkt Laubhölzer im Bauwesen eingesetzt“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Thomas Uibel einen Schwerpunkt des Forschungszentrums. Uibel ist gemeinsam mit seinen Holzbau-Professorenkollegen Dr. Leif Arne Peterson und Dr. Wilfried Moorkamp wissenschaftlicher Leiter des AZH. Für die Nutzung von Birke, Bergahorn und Roteiche müssen das Trag- und Verformungsverhalten erforscht, Bauprodukte entwickelt und Normen überarbeitet werden.
Im Forschungsinteresse stehen Holzbrücken, mehrgeschoßige Gebäude, Wand- und Verbindungssysteme sowie klebstofffreie Konstruktionen. Das AZH verfügt über Prüfstände, an denen Bauteile in Originalgröße untersucht werden können. Eine rund 8 m hohe Zug-Druck-Prüfmaschine kann Kräfte von bis zu 600 kN aufbringen. So können etwa Wandelemente bis 6 mal 4 m sowie Holzträger mit Spannweiten von bis zu 15 m getestet werden. Die Ergebnisse sollen unter anderem Grundlagen für Normen und Zulassungen schaffen.
In das Projekt wurden rund 10,6 Mio. € investiert. Davon stammen 90% aus Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Für den Wissenstransfer liegt das Zentrum direkt neben dem Bildungszentrum BGZ der Handwerkskammer Aachen. FH, Handwerk und weitere Partner aus Forstwirtschaft, Planung, Verarbeitung und Bauwirtschaft sollen dort eng zusammenarbeiten.
Quelle: FH Aachen