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Positive Signale für den Holzbau

Ein Artikel von Günther Jauk | 01.04.2026 - 11:07

Rückblickend auf das vergangene Quartal beurteilen 27 % der Betriebe ihre Auftragslage als „gut“, weitere 59 % als „zufriedenstellend“. Nur 14 % sprechen von einer schlechten Situation. Die Mehrheit der Unternehmen arbeitet damit weiterhin auf einem stabilen Niveau, wenngleich sich die Lageeinschätzung gegenüber dem 4. Quartal 2025 ein Stück weit verschlechterte.

Verbessert hat sich indes die Erwartungshaltung. Für das 2. Quartal erwarten 31 % der Betriebe eine Verbesserung der Auftragslage, während 61 % von keiner wesentlichen Veränderung ausgehen. Lediglich 8 % rechnen mit einer Verschlechterung. Der Großteil der Branche bewegt sich damit eher seitwärts, wobei gegenüber dem Vorquartal eine etwas positivere Erwartungshaltung zu erkennen ist.

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Noch etwas stabiler zeigt sich der Bereich Sanierung, Erweiterung und Aufstockung. In diesem Segment erwarten 34 % der Betriebe eine Verbesserung der Auftragslage, während 63 % von einer konstanten Entwicklung ausgehen. Der Bereich der Bestandsmodernisierung bleibt damit ein wichtiger Stabilitätsanker für viele Holzbaubetriebe. Die vorgefertigte serielle Sanierung befindet sich laut Martin Langen dabei trotz politischer und medialer Unterstützung noch in einem Frühstadion mit großen Chancen. Großes Entwicklungspotenzial ortet der Marktexperte von B+L Marktdaten insbesondere im öffentlichen Bau (s. Seite 12).

Einfamilienhaus erholt sich langsam

Im Ein- und Zweifamilienhausbau ist die Stimmung dagegen noch etwas zurückhaltender, wenngleich sich die erwartete Auftragslage in diesem Segment in den vergangenen beiden Jahren stetig verbesserte. Diese positive Entwicklung bestätigen auch die jüngsten deutschen Baugenehmigungszahlen. Nach drei Rückgängen in Folge stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Baugenehmigungen in der Bundesrepublik wieder deutlich an. Am stärksten entwickelte sich der Neubau: Die Zahl der bewilligten Neubauwohnungen erhöhte sich um 13 % auf 198.100 Einheiten. Treiber der Entwicklung sind Ein- und Mehrfamilienhäuser. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern stieg die Zahl der Genehmigungen um 15 % auf über 50.000 Einheiten, wobei der Fertigbauanteil mit 26,5 % einen neuen Rekordwert ausweist.

In Österreich geht man für 2025 laut vorläufigen Zahlen ebenfalls von einem kräftigen Anstieg der Baugenehmigungen bei Ein- und Zweifamilienhäusern aus.

Kosten, Bürokratie und Fachkräfte als zentrale Herausforderungen

Ein weiteres häufig genanntes Problem sind langwierige Genehmigungsverfahren und zunehmende administrative Anforderungen. Dokumentationspflichten, Bauverfahren und Behördenwege binden nach Angaben vieler Betriebe zunehmend personelle Ressourcen.

Hinzu kommt der Fachkräftemangel. Vor allem qualifizierte Facharbeiter sowie technische Mitarbeiter sind schwer zu finden. Einige Betriebe reagieren darauf mit verstärkter eigener Ausbildung oder versuchen, Mitarbeiter langfristig stärker an das Unternehmen zu binden.

Zudem berichten viele Unternehmen von einer schwer kalkulierbaren Auftragsentwicklung. Bauprojekte werden häufiger verschoben, Investoren agieren vorsichtig und viele Angebote führen nicht unmittelbar zu realisierten Projekten.

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Holzbau-Konjunkturumfrage 1. Quartal 2026 © Holzkurier