Holzbau in Zeiten des Coronavirus

Ein Artikel von Kathrin Lanz | 17.03.2020 - 12:44
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Vorläufig dürfen Baustellen weiter bearbeitet werden. Gemeldet werden aber bereits Lieferengpässe von Produkten. Handwerksbetriebe dürfen vorläufig ebenso ihre Arbeit fortsetzen, müssen aber Verkaufsgeschäfte und Schauräume geschlossen halten. So der Informationsstand vom 17. März morgens. Also nicht nur die Sorge, das Gesundheitssystem betreffend beherrschen dieser Tage die Gesellschaft. Zunehmend wachsen die wirtschaftlichen Bedenken in der Baubranche. So informierten gestern viele Unternehmen per Mail oder auf deren Internetauftritt, dass mit Terminverzögerungen auf Baustellen zu rechnen sei. Dies nicht nur aufgrund von Einschränkungen der Baustellenfortführung, sondern auch wegen Lieferverzögerungen.

Die Situation ist schlimm

Viele Zimmereibetriebe haben sämtliche Baustellen ruhend gestellt. So hört man aus der Steiermark: „Der Cornavirus zwingt uns zum Stillstand“, berichtet Landesinnungsmeister Oskar Beer. „Wir organisieren uns neu, schreiben die letzten Rechnungen, ordnen unser Büro, verbrauchen unsere Urlaube. Sobald wir unsere Baustellen in kleineren Einheiten wieder bedienen können, geht es wieder bergauf. Wir schaffen das!“ Aus Oberösterreich ist Ähnliches zu hören: „Die Situation ist schlimm. Unsere Holzbaubetriebe in Oberösterreich sind überwiegend vorbildlich und haben gestern bereits freiwillig den Betrieb eingestellt oder auf zwingend auszuführende Arbeiten beschränkt“, heißt es vonseiten Landesinnungsmeister Josef Frauscher. Solcherlei hört man auch aus dem Burgenland: „Einzelne Baustellen bedürfen unter anderem aufgrund vertraglicher Verpflichtungen der Fortführung. Die meisten Arbeiten wurden aber bereits eingestellt“, berichtet Landesinnungsmeister Gerhard Kast.

Bundesregierung muss Ungewissheit beseitigen

Die umgreifende Unsicherheit, was die Zukunft betrifft, ist aber allerorts spürbar. Auch deshalb fordert der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH), Josef Muchitsch: „Heute ist alles anders, als noch vor wenigen Tagen. Das Coronavirus wird auch die Beschäftigten am Bau erfassen. Daher fordere ich den Bundeskanzler und den Gesundheitsminister auf, die Baustellen zum Schutz aller Menschen in Österreich auch in die Beschränkungen der Verordnung mitaufzunehmen.“ Und auch Frauscher will Klarheit: „Um die Ungewissheit der Holzbau-Meister und der Mitarbeiter zu beseitigen würden wir uns alle klare Aussagen durch die Bundesregierung wünschen.“ Trotz alledem sei die Stimmung unter den Unternehmern zwar angespannt aber positiv. „Wir werden uns nach dieser Zwangspause wieder mit vollem Elan den Projekten widmen und in gewohnter Weise unsere Auftraggeber zufriedenstellen.“

Die Wirtschaftskammer bietet Antworten auf die dringlichsten Fragen von Unternehmern. Derzeit können individuelle Anliegen lediglich online und telefonisch beantwortet werden. Bei allen Aussagen handelt es sich um tagesaktuelle Informationen (Stand: 17.3.2020).

Quelle: Landesinnungen, GBH