Mit 31.000 m² Holztragwerk ist WoodHub das bislang größte Bürogebäude aus Holz in Dänemark und ein Leuchtturmprojekt für nachhaltige Bauweise. Der Einsatz von Holz, Brettschichtholzträgern und teilweise freigelegten Brettsperrholzdecken reduziert die CO₂-Emissionen während der Lebensdauer um rund 5400 t im Vergleich zu einem konventionellen Bau. Die Holzstruktur erfüllt nicht nur technische Anforderungen, sondern sorgt auch für ein warmes Raumgefühl und speichert Kohlenstoff langfristig.
Allein für die Stützen wurden mehr als 1450 m³ Brettschichtholz benötigt. Die Decken- und Wandelemente sind aus weiteren 5000 m³ Brettsperrholz gefertigt. Eine besondere Herausforderung stellte auch die Lieferung der Holzbauteile dar. Sie erfolgte nach dem Prinzip „Just in Time“ und musste über drei Produktionsstandorte der Hasslacher Gruppe koordiniert werden.
Aus den Standorten in Hermagor (Hasslacher Holzbausysteme ), Stall (Noritec Stall) und Magdeburg (Nordlam wurden für dieses Projekt Brettschichtholz und Brettsperrholz der Holzart Fichte geliefert, Hess Timber war für die Planung, Produktion, Bauteillieferung und das Projektmanagement zuständig.
Fassaden aus recyceltem Aluminium
Die Entscheidung für Holz folgte dem Anspruch der dänischen Bau- und Liegenschaftsverwaltung, den Klimafußabdruck deutlich zu verringern. Für die Architekten von C.F. Møller bot dies die Chance, das Potenzial von Holz in Bezug auf Struktur, Atmosphäre und Nutzererlebnis zu erforschen. „Holz hat eine doppelte Wirkung“, erklärt Architekt Thue Borgen Hasløv. „Es speichert Kohlenstoff und reduziert die CO₂-Bilanz, während es gleichzeitig ein warmes, gesundes Raumklima schafft. Brettschichtholz und kreuzweise verleimte Platten verbinden Stärke, Flexibilität und sinnliche Qualität.“
Hasløv betont, dass Atmosphäre und Nutzererlebnis entscheidend für den architektonischen Erfolg seien: „Wenn man WoodHub betritt, spürt man sofort das Material – seinen Duft, seine Wärme und die sich verändernde Erscheinung mit Licht und Jahreszeiten. Es verleiht dem Gebäude einen lebendigen Charakter.“
Die Fassaden aus recyceltem Aluminium in rotbraunen Tönen greifen die Umgebung aus historischen Backsteinbauten auf. Unterschiedlich tiefe Fassadenelemente orientieren sich am Sonnenverlauf und bieten passive Verschattung, wodurch Klimatisierung und mechanische Sonnenschutzsysteme reduziert werden können. Gleichzeitig gewährleisten sie eine angenehme Tageslichtversorgung für die Büros.
Holz unterstützt Zusammenarbeit und Flexibilität
Die Raumorganisation von WoodHub unterstützt Zusammenarbeit und Flexibilität: Zwei C-förmige Büroflügel treffen in einem zentrale siebenstöckigen Baukörper aufeinander, der die meisten Besprechungsräume enthält. Im Erdgeschoß verbinden Cafeteria, Meetingcenter und öffentliche Services den Bau mit der Stadt, während Innenhöfe, Dachterrassen und grüne Rückzugsbereiche Arbeits- und Begegnungsflächen ins Freie erweitern.
Mit dem WoodHub zeigt Dänemark, wie großflächiger Holzbau in urbanem Kontext sowohl ökologisch als auch funktional umgesetzt werden kann. Das Gebäude gilt als Vorzeigeprojekt für nachhaltige öffentliche Architektur und demonstriert, dass Holz als Baustoff nicht nur umweltfreundlich, sondern auch architektonisch attraktiv und technisch anspruchsvoll ist. Hasløv sieht WoodHub als Beweis dafür, dass Großprojekte aus Holz im öffentlichen Bau realisierbar sind: „Die Arbeit mit Holz erfordert präzise Planung, modulare Denkansätze und enge Zusammenarbeit über alle Disziplinen hinweg. Dieser Ansatz schafft Vertrauen und steigert die Effizienz.“
Quelle: C.F. Møller