Ökobilanz: Holz schneidet besser ab als zuvor

Ein Artikel von Kathrin Lanz | 04.07.2022 - 12:06

Die Lebenszyklusbetrachtung von Gebäuden wird immer wichtiger. Dafür braucht es eine solide Datengrundlage, die sowohl die Bauphase, als auch die Entsorgung einbezieht. Die KBOB-Liste, „Ökobilanzdaten im Baubereich“, welche von KBOB, ecobau und IPB gemeinsam herausgegeben wird, ermöglicht es, umweltrelevante Auswirkungen von Gebäuden nach einem einheitlichen Datensatz zu beurteilen. Eine wesentliche Neuerung betrifft die Verschiebung in der Berechnung vom reinen CO2-Ausstoß hin zum CO2-Speicher.

Änderung Kohlenstoffspeicher

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Nach der diesjährigen Aktualisierung kann laut KBOB jedes Kilo verbautes Konstruktionsvollholz einem Kohlenstoffspeicher von 0,45 kg gleichgesetzt werden. In biobasierten Bauprodukten wie Holz wird CO₂ langfristig gespeichert. Dies ist hinlänglich bekannt. Bisher blieb dieser Fakt bei Umweltdaten gemeinhin unberücksichtigt. Neu ist somit, dass in Gebäuden verbautes Holz ab sofort zur CO2-Senkung in der Berechnung führt.

Brettschichtholz besser bewertet

Neu ist auch, dass verklebte Holzprodukte in Hinblick auf Treibhausindikatoren nun besser abschneiden. Bei Brettschichtholz ergab sich beispielsweise eine gravierende Veränderung. „Hier hat sich gezeigt, dass die Aufwendungen in der Herstellung deutlich geringer sind, als bisher angenommen“, erklärt Dr. Rolf Frischknecht, der das auf Ökobilanzberatung und -forschung spezialisierte Unternehmen treeze leitet. Ganz anders sieht es bei konventionellen Baustoffen aus. Beton wird nun beispielsweise in allen drei Punkten – Umweltbelastungspunke, Treibhausgasemissionen sowie Primärenergie – schlechter bewertet.

Für im Detail Interessierte hat Ecobau die wichtigsten Änderungen per Online-Infoveranstalung zusammengefasst. Nachzusehen sind die Erklärungen von Frischknecht hier.

Quelle: Ecobau, Lignum