Die zentrale Botschaft der Veranstaltung ging ganz in Richtung serieller Holzbau, da dieser schnelleres und klimafreundlicheres Bauen ermöglicht. Nach Ansicht vieler Teilnehmender bremsen jedoch bestehende Regeln und aufwendige Verfahren die Entwicklung aus. Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland, betonte die Bedeutung des Baustoffs Holz: „Holz muss gleichberechtigt mit anderen Baustoffen betrachtet werden.“ Nur so könne der Holzbau sein Potenzial für Wirtschaft und Klimaschutz voll entfalten.
Holzbau als Teil der Klimastrategie
Aus Österreich reiste eine Delegation nach Berlin, um den österreichischen Holzbau zu repräsentieren. Teil der Delegation waren: holzbau austria-Obmann Josef Sachs, holzbau austria-Geschäftsführer Engelbert Schrempf, Landesinnungsmeister Fritz Egger, Bundesinnungsmeister Simon Kathrein (v. li.) und Dr. Erich Wiesner (2. v. re.) mit Michaela Kaniber und Peter Aicher, Vorsitzdender von Holzbau Deutschland. © Holzbau Symposium, Rolf Walter
Auch aus der Wissenschaft kamen deutliche Signale. Prof. Dr. Helga Weisz vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung verwies darauf, dass mineralische Baustoffe inzwischen fast die Hälfte der weltweiten Materialgewinnung ausmachen. Die damalige Bundesbauministerin Verena Hubertz erklärte, der Bausektor verursache rund 40 % der CO₂-Emissionen und verbrauche große Mengen mineralischer Rohstoffe. Prof. Dr. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Generaldirektor des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) und Gründer von Bauhaus Erde, betonte, dass reine Emissionsvermeidung nicht mehr ausreiche, um einen katastrophalen Klimawandel – inklusive eines möglichen Abreißens des Golfstroms – abzuwenden. Vielmehr müsse die „Wald-Bau-Pumpe“ aktiviert werden. „Wir müssen durch nachhaltige Forstwirtschaft der Atmosphäre CO2 entziehen und den Kohlenstoff langfristig in unseren Gebäuden speichern“, so Schellnhuber. Dies sei die einzige realistische Form der Klimareparatur.
Politik zeigt sich offen
Beim Holzbausymposium in Berlin wurde zudem auch deutlich, dass viele Projekte nicht an der Technik, sondern an Vorschriften und langen Verfahren scheitern. Kritik gab es vor allem an der sogenannten „400-Quadratmeter-Regel“ für größere Holzgebäude. Während im Massivbau Brandabschnitte bis 1600 m2 erlaubt sind, ist der Holzbau oft auf 400 m2 begrenzt. Adrian Blödt, Präsident des Holzbau Deutschland Instituts, forderte deshalb gleiche Bedingungen: „Wir brauchen fairen Wettbewerb.“ Moderne Holzkonstruktionen könnten beim Brandschutz mit Massivbauten mithalten. Auch die Bewertung natürlicher Holzemissionen wurde diskutiert. Aus Sicht der Branche erschweren bestehende Vorgaben den Einsatz heimischer und klimaresilienter Holzarten.
Die Politik zeigte sich offen für Veränderungen. Christian Gaebler sprach von einer „Ermöglichungskultur“ und kündigte Unterstützung für innovationsfreundliche Regeln an. Verena Hubertz bekräftigte das Ziel, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und die Holzbauinitiative bis 2030 fortzuführen. Zum Abschluss appellierte Adrian Blödt an Politik und Verwaltung, den Holzbau stärker zu unterstützen: „Die Lösungen für klimagerechtes und bezahlbares Bauen liegen längst auf dem Tisch.“
Quelle: Timber Construction Europe