Die Wiener Sofiensäle boten den gebührenden Rahmen für die erstmalige Auszeichnung herausragender Holzbauten auf nationaler Ebene. Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, eröffnete die Veranstaltung: „Mit dem Österreichischen Staatspreis für Holzbau setzen wir ein klares Zeichen für klimafreundliches, innovatives und zukunftsorientiertes Bauen. Holzbau stärkt außerdem nachhaltiges Wirtschaftswachstum, heimische Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung.“
Nach Totschnig sprach proHolz-Obmann Richard Stralz: „1997 wurde in Vorarlberg der erste Holzbaupreis in Österreich verliehen. Mit dem Staatspreis bekommt der Holzbau heute die ganz große Bühne – und die hat er sich verdient.“ Stralz verwies auf die mehr als 440.000 Arbeitsplätze in Österreich, die direkt mit der Holzwirtschaft zusammenhängen und so vor allem auch die Regionen stärken. Beim Holzbauanteil von 11,6 % sei in Österreich noch Luft nach oben, besonders im mehrgeschoßigen Wohnbau, wo die Quote derzeit nur bei 4,4 % liegt. Er schloss mit den Worten: „Wir sind nicht am Holzweg, sondern am richtigen Weg.“
Bundesinnungsmeister Simon Kathrein betonte daraufhin, dass die Antwort auf die Klimafragen „bei uns im Wald wächst“. Er dankte den neun Landesinnungen, allen Zimmerern und Akteuren der Branche, die dazu beigetragen haben, dass der Holzbau längst die Nische verlassen hat und richtete einen Appell an die Politik, den Roh- und Baustoff Holz durch nachhaltige Forstwirtschaft abzusichern und überbordende Bürokratie abzubauen.
Im letzten Programmpunkt vor den Preisverleihungen sprach Dr. Georg Rappold, Abteilungsleiter „Holzpolitik, Bioökonomie und Innovation“ im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK). Im Zuge dessen wurde Dr. Matthias Ammann und Dr. Richard Woschitz der Österreichische Holzbotschafter für ihre umfassenden Verdienste für den Baustoff Holz verliehen.
Der Staatspreis
„Ziel des Staatspreises ist es, die vielfältigen gestalterischen, ökologischen und wirtschaftlichen Potenziale des Baustoffs Holz sichtbar zu machen und seine Rolle für eine klimafitte Baukultur in Österreich zu stärken“, so auf der offiziellen Website. Die 41 Nominierungen ergaben sich aus den Preisträgern der Holzbaupreise, die von 2023 bis 2025 in allen neun Bundesländern vergeben wurden. Die internationale Jury – bestehend aus Nicole Kerstin Berganski (Juryvorsitzende, Architektin, Professorin TU Berlin), Annette Hafner (Architektin, Professorin Ruhr-Universität Bochum) und Pirmin Jung (Tragwerksplaner) – reiste zu ausgewählten Projekten im ganzen Land und wählte anschließend drei Hauptpreisträger und zwei Anerkennungen. Zwei der Projekte sind zudem für den europäischen WoodPoP Dara Award nominiert der im Herbst 2026 erstmals verliehen wird.
Der Staatspreis Holzbau wurde vom BMLUK in Kooperation mit proHolz Austria ausgelobt. Er ist mit Mitteln des österreichischen Waldfonds gefördert und wird künftig alle vier Jahr vergeben.
Statement der Jury
„Die mit dem Staatspreis Holzbau prämierten Bauten verdeutlichen auf vorbildhafte Weise das Potenzial des modernen Holzbaus: Sie verbinden hohe architektonische Qualität mit dem ökologischen, ressourcenschonenden und innovativen Einsatz von Holz. Ihre geografische Streuung von West bis Ost zeigt: Das Wissen um den Holzbau und die Wertschätzung für diesen Werkstoff sind längst in ganz Österreich angekommen. Sie liefern auf relevante Themen unserer Zeit – Bauen im Bestand, Nachverdichtung, Wohnen, Bauen für die öffentliche Hand – überzeugende, auf Funktion und Standort abgestimmte Antworten. Die beiden Anerkennungen stehen ergänzend für das Potenzial des Holzbaus im Wohnungsbau und für die Innovationskraft einer ingenieurmäßig präzisen Tragwerksplanung.
Es geht längst nicht mehr darum, so viel Holz wie möglich zu verbauen, sondern darum, es sinnvoll und an der richtigen Stelle einzusetzen. Jedes der prämierten Projekte liefert dafür seine eigene überzeugende Begründung – es ist etwa lokal verankert oder auf die jeweiligen Bedürfnisse von Bauherrschaft und Ort abgestimmt – und überzeugt nicht nur konstruktiv, sondern auch durch die hohe Qualität seiner Innenräume.
In allen ausgezeichneten Bauten wird eine Haltung sichtbar, die weit über die reine Erfüllung einer Funktion hinausreicht. Die Rolle der Bauherrschaft tritt dabei deutlich hervor: von der Kommune, die sich klar zum regionalen Werkstoff bekennt, bis zum privaten Bauherrn, der nachhaltiges Bauen aktiv einfordert und fördert. In den Bauten lässt sich neben ökologischer Verantwortung auch eine Wertschätzung gegenüber den Menschen ablesen, die sie nutzen.
Alle nominierten, vor allem aber die prämierten Projekte zeigen, was im Holzbau heute möglich ist. Sie können Vorbild sein und schaffen Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des modernen Holzbaus. Keines dieser Gebäude ist auf der grünen Wiese entstanden – sie alle folgen einer logischen Weiterentwicklung von Bestandsbauten oder Ortsstrukturen und dienen damit der nachhaltigen Entwicklung konkreter Orte.
Der Wille zu mehr Bauten aus Holz ist vorhanden – die Umsetzung bleibt noch hinter dem Möglichen zurück. Die Jury appelliert daher insbesondere an die öffentliche Hand, die Rahmenbedingungen für das Bauen mit Holz zu optimieren, damit mehr Wohnbauten, mehr Kommunal- und Sportbauten aus Holz gebaut werden. Hier liegt ein großes Potenzial, das bislang zu wenig genutzt wird.“
Der Innovationspreis
Im Zuge des Staatspreises Holz wurde zudem erstmals der Innovationspreis Holz, ausgelobt vom BMLUK mit Unterstützung der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative, vergeben. Die Jury – bestehend aus Manfred Brandstätter, langjähriger Leiter der Holzforschung Austria und Juryvorsitzender; Caroline Palfy, Gründerin Orbyz, Plattform für nachhaltige Wirkung; Henrike Hügelsberger, FFG – Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft und Georg Rappold – vergab unter den 51 Einreichungen drei Prämierungen.
Statement der Jury
„Sowohl die hohe Anzahl als auch die Qualität der Einreichungen unterstreichen eindrucksvoll die Innovationskraft in diesem Bereich. Besonders hervorzuheben ist die österreichweite Beteiligung, die ein deutliches Zeichen für eine lebendige und gut vernetzte Forschungs- und Entwicklungsszene im ganzen Land setzt. Damit wird sichtbar, dass Österreich nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsstandort, sondern auch ein aktiver und dynamischer Innovationsstandort im Bereich Holzbau und Holztechnologie ist.
Zugleich zeigt sich, dass gezielte FTI-Förderungen eine zentrale Rolle spielen. Sie schaffen den notwendigen Rahmen, um neue Ideen zu entwickeln, zu erproben und auf hohem Niveau umzusetzen.
Auch inhaltlich lassen viele der Arbeiten ein klares Bild erkennen. Holz besitzt als Werkstoff enormes Potenzial und zeigt, dass Nachhaltigkeit weit über das Material selbst hinausgeht. Entscheidend ist vielmehr, Zusammenhänge zu verstehen, Prozesse weiterzudenken und Bau- sowie Innovationsansätze ganzheitlich zu gestalten.“
Preis: Rathaus Hohenems, Vorarlberg
Bauherrschaft: Stadt Hohenems
Architektur: Berktold Weber Architekten
Holzbau: i+R Holzbau
Tragwerksplanung: gbd
Das neue Rathaus von Hohenems ist in mehrfacher Hinsicht ein Vorzeigeprojekt für den modernen Holzbau. Als Bauherrin bekennt sich die Kommune eindeutig zum Werkstoff Holz. Die Architekten erschaffen ein neues, identitätsstiftendes Wahrzeichen aus Holz für die Stadt: Dieses ist langlebig und reversibel konstruiert und ermöglicht eine flexible Grundrissgestaltung für spätere Nutzungsänderungen.
Auf sechs Geschoßen hat die Verwaltung ein atmosphärisch überzeugendes neues Zuhause gefunden. Im Inneren sorgen Deckendurchbrüche für visuelle und räumliche Durchlässigkeit zwischen den Ebenen, und die Holzkonstruktion bleibt klar ablesbar: Stützen sowie die mit Lamellen verkleideten, diagonal verdübelten Brettstapeldecken aus regionalem Fichtenholz prägen die Atmosphäre der Innenräume.
Auch das Prinzip „Cradle to Cradle“ wurde konsequent in die Planung integriert. Nach außen hin oszilliert der Holzbau mit seiner vorgelagerten Lamellenfassade zwischen Transparenz und Geschlossenheit, ohne eine klare Vorder- oder Rückseite auszubilden. Nordseitig sind in die Lamellen die Worte „Geburt der Gegenwart“, Titel eines Essays des aus Hohenems stammenden Schriftstellers und Widerstandskämpfers Jean Améry, eingekerbt.
Das neue Rathaus in Hohenems überzeugt durch seine hohe Ausführungsqualität, seine atmosphärische und haptische Qualität. Es steht für Offenheit und Zukunftsorientierung der Gemeinde und ist zugleich ein Manifest für den modernen Holzbau.
Preis: Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld, Erweiterung, Niederösterreich
Bauherrschaft: Windkraft Simonsfeld AG
Architektur: juri troy architects
Holzbau: Strobl Bau – Holzbau
Tragwerksplanung: KPPK ZT
Die Erweiterung der Firmenzentrale eines Windkraftunternehmens in Ernstbrunn, nördlich von Wien, überzeugt durch ihren guten Umgang mit dem Bestand und durch ihre Kombination von Holz- und Lehmbau. Bereits beim Bestandsgebäude legte die Bauherrschaft großen Wert auf Nachhaltigkeit und ließ durch den Wiener Architekten Georg Reinberg das erste Plusenergiebürogebäude Niederösterreichs mit einer nach Süden orientierten Solarfassade errichten. Der starke Zuwachs an Mitarbeitenden in den letzten Jahren gab den Anstoß, den Bestand um einen Neubau zu ergänzen.
Dieser hebt das Thema Nachhaltigkeit auf eine neue Ebene. Konsequent in Holz und Lehm errichtet, entstehen im Inneren hochwertige, haptisch wie atmosphärisch überzeugende Räume, was auch als Ausdruck der Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden zu verstehen ist.
Konstruktiv handelt es sich bei dem Neubau um einen Holzskelettbau mit Holzriegelwänden und Brettsperrholzdecken. Die beiden massiven Kerne aus Stampflehm sind bauteilaktiviert und sorgen in Kombination mit einer Fußbodenheizung für ein ausgeglichenes Raumklima – eine konventionelle Klimaanlage wird damit überflüssig.
Der Anbau dockt u-förmig an zwei Stellen an den Bestand an und schafft einen neuen, atmosphärisch sehr schönen Innenhof, der die bestehende Solarfassade ins Zentrum rückt. Der Erweiterungsbau wertet den Bestand auf, ohne groß in ihn eingreifen zu müssen, was auch vom Respekt gegenüber der Qualität des Bestehenden zeugt.
Preis: HTL Bau und Design, Aufstockung, Innsbruck
Bauherrschaft: BIG Bundesimmobiliengesellschaft
Architektur: ao-architekten
Holzbau: Schmid Holzbau
Tragwerksplanung: Alfred Brunnsteiner ZT
Die HTL für Bau und Design in Innsbruck ist eine konstruktiv, räumlich und funktional überzeugende Antwort auf eine relevante Fragestellung unserer Zeit: Wie können bestehende Bauten aufgestockt und aufgewertet werden? Der Werkstoff Holz bringt hierfür viele Vorteile mit sich – vom geringen Gewicht über die kurze Bauzeit bis hin zum räumlichen und ästhetischen Mehrwert. All diese Vorteile haben die Architekten bei der Aufstockung der HTL in Innsbruck zu nutzen gewusst. Holz als Baumaterial war keine Vorgabe vom öffentlichen Auftraggeber, der Vorschlag der Architekten wurde aber konsequent mitgetragen.
Ein Schulbau aus den 1970er-Jahren wurde mit einem eingeschossigen Holzhybridbau aufgestockt, um sieben zusätzliche Klassenräume und Flächen für offenes Lernen zu schaffen. Von außen hebt sich der Aufbau durch ein umlaufendes Fensterband und die dunkle Trapezblechfassade klar vom Bestand ab. Eine Attika aus Beton dient als Parapet und Sitzgelegenheit, bietet Schutz vor Brandüberschlag und erlaubt in Kombination mit den massiven Kernen und der weitgehend stützenfreien Dachkonstruktion aus Holz und Stahl eine freie Grundrissgestaltung im Obergeschoss. Das holzsichtige sheddachartige Konstruktion sorgt für eine gleichmäßige Belichtung und schafft in Kombination mit den Klassentrennwänden aus Brettsperrholz einen Lernort von hoher räumlicher und atmosphärischer Qualität, der eher Atelier- als Schulcharakter hat.
Das Projekt trägt ganz besonders zur Förderung und stärkeren Verwendung des Werkstoffs Holz bei. In den Räumen unter dem Dach darf immer der aktuelle Maturajahrgang lernen und sich aufhalten. Diese materiellen und räumlichen Erfahrungen nehmen die Schüler:innen dann ins Berufsleben mit.
Anerkennung: Schulen Hittisau, Vorarlberg
Bauherrschaft: Schulerhalterverband Hittisau
Architektur: Architekt Matthias Bär
Holzbau: i+R Holzbau; Zimmerer Nenning; Zimmerei Gerhard Bilgeri
Tragwerksplanung: merz kley partner
Die Schule in Hittisau erhält eine Anerkennung, weil ihr hölzernes Tragwerk wegweisend und innovativ ist. Dank eines weitspannenden Ingenieurtragwerks konnten zwei Turnhallen und eine Aula übereinander statt nebeneinander angeordnet werden. Drei Vorarlberger Gemeinden haben sich zusammengeschlossen und einen neuen Schulcampus errichtet. Dafür wurde ein bestehender Schulbau saniert und um zwei freistehende Holzbauten ergänzt.
Besonders überzeugend ist das Gemeinschaftshaus mit einer stützenfreien Aula im Erdgeschoss und zwei Turn- und Mehrzweckhallen in den beiden oberen Geschoßen. Möglich wird diese außergewöhnliche Stapelung durch ein sorgfältig durchdachtes Ingenieurtragwerk: Brettschichtholz-Doppelträger in Kombination mit schubsteif verbundenem Überbeton erlauben Spannweiten von bis zu 15 Metern.
Die Schule in Hittisau kann auch als Vorbild für dichtere städtische Kontexte dienen, weil sie eindrücklich zeigt, welches Potenzial in präzise entwickelten Holzkonstruktionen steckt: So lassen sich Flächen effizient nutzen und zugleich vielfältig bespielbare Raumkonfigurationen realisieren.
Anerkennung: Ronald McDonald Kinderhaus, Salzburg
Bauherrschaft: Ronald McDonald Kinderhilfe
Architektur: LP architektur
Holzbau: Innovaholz
Tragwerksplanung: Lackner & Egger Bauingenieure ZT
Das neue Kinderhaus des gemeinnützigen Vereins Ronald McDonald zeigt eindrucksvoll den Mehrwert, den ein Holzbau für das Wohnen mit sich bringt – von der wohnlichen Atmosphäre über das gesunde Raumklima bis hin zur ökologischen Qualität. Dieses Potenzial wird in Österreich jedoch nach wie vor viel zu wenig genutzt.
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Kinderzentrum der Salzburger Landeskliniken wurde ein Wohnhaus in Holzhybridbauweise errichtet mit 16 Wohneinheiten, in denen Familien mit kranken Kindern temporär wohnen können. Das Erdgeschoss sowie das Treppenhaus wurden mineralisch ausgeführt, die vier Obergeschosse in Brettsperrholz errichtet. Wohn- und Freibereiche profitieren von der haptischen Wirkung des Materials Holz. Die sichtbaren Holzdecken, die Loggien aus Holz sowie der Blick in den weitläufigen Park der Salzburger Landeskliniken vermitteln Wärme und Geborgenheit und bieten den Familien trotz der belastenden Situation geschützte Rückzugsräume.
Das Gebäude verdeutlicht, dass der Baustoff Holz wesentlich zum Wohlbefinden beitragen kann und auch für Bauten im Gesundheitsbereich verstärkt eingesetzt werden sollte.
1. Innovationspreis: Elektrisch leitende Holzoberfläche durch Atmosphärendruck-Plasma
Einreicher: Jürgen M. Lackner
Projektteam: Christoph Jocham (Wood K plus), Maximilian Stummer (Inocon Technologie)
Organisation: JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft / MATERIALS
Ort/Staat: Graz/AT, Weiz/AT, Niklasdorf/AT
Das Projekt entwickelt ein Verfahren, das Holzoberflächen direkt leitfähig macht – ohne metallische Leiterbahnen. Stattdessen werden Holzreststoffe mittels Plasma in leitfähige Kohlenstoffstrukturen umgewandelt und auf die Oberfläche aufgebracht. Der Prozess ist nachhaltig, da er ohne Vakuum und Lösungsmittel auskommt und Reststoffe verwertet, was den CO2-Fußabdruck reduziert und die Recyclingfähigkeit erhöht. Erste industrielle Anwendungen existieren bereits, langfristig ist die Technologie für Beleuchtung, Stromleitungen oder Flächenheizungen interessant.
2. Innovationspreis: Wood Vision Lab | Laubholz wird Hochleistungsmaterial
Einreicher: Bernadette Karner
Projektteam: Ulrich Müller, Thomas Krenke, Claudia Burgold, Kevin Vitzthum, Andrea Grubbauer, Thomas Hofer, Silke Weißensteiner, Helmut Wiedenhofer
Organisation: Wood Vision Lab
Ort/Staat: Weiz/AT
Das Wood Vision Lab entwickelt innovative Laubholz Hochleistungswerkstoffe und legt den Fokus auf systematische Materialcharakterisierung und gezielte Prozessentwicklung. Damit schafft das Projekt zentrale Grundlagen für neue, leistungsfähige Holzmaterialien und eröffnet Perspektiven jenseits etablierter Nutzungspfade. Im Bereich Nachhaltigkeit stärkt das Vorhaben klimaresiliente Laubhölzer als strategische Ressource und trägt zur Diversifizierung der Rohstoffbasis sowie zur Reduktion der Abhängigkeit von Fichtenholz bei.
Die Forschung ist auf industrielle Anwendungen ausgerichtet und fördert den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis. So entstehen belastbare Grundlagen für innovative Lösungen, die die Holzwirtschaft auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten und ihre langfristige Innovationsfähigkeit sichern.
3. Innovationspreis: Eine Vision wird Realität – Glulam2NewProduct: Zweiter Lebenszyklus in der Holzverwertung
Einreicher: Thomas Franz Xaver Moosbrugger
Projektteam: Andreas Neumüller, Georg Putzer, Stefan Rubner, Andreas Weidenhiller, Albert
Weissensteiner
Organisation: Rubner Holzindustrie, Rubner Holzbau, Nordpan, Holzforschung Austria
Ort/Staat: Rohrbach an der Lafnitz/AT, Brixen/IT, Strassen/AT, Wien/AT
Glulam2NewProduct entwickelt Verfahren, um aus rückgebauten Holztragwerken hochwertige Sekundärrohstoffe für Brettschichtholz , Brettsperrholz und Massivholzplatten herzustellen. Im Zentrum steht die Idee einer Endlos Rohholzlamelle, die als neues Ausgangsprodukt für Holzbauanwendungen mit hohem Recyclinganteil dient. Durch die Identifizierung geeigneter Aufbereitungsprozesse schafft das Projekt die Grundlage für kreislauffähige Produkte, die sowohl den Primärrohstoffeinsatz als auch den CO2-Fußabdruck reduzieren. Ein zusätzlicher Lebenszyklus für Holz wird ermöglicht. Dadurch werden zentrale Zielsetzungen des European Green Deal unterstützt und die Resilienz der Lieferketten in der Holzwirtschaft gestärkt.