Herr Stöckl, Sie schreiben auf der Veranstaltungswebsite, dass die 54. Bildungswoche vergangenes Jahr die beste bisher war. Was führt Sie zu diesem Schluss?
Im Prinzip war immer die vorangegangene Bildungswoche die beste. Das unterstreichen auch die jährlich steigenden Besucherzahlen, was uns umso mehr anspornt. Wir haben über die Jahre hinweg einen guten Mix aus gesellschaftlich und fachlich relevanten Vorträgen, gepaart mit spannenden Keynote-Speakern, auf die Beine gestellt. Dass der Tiroler Landesinnungsmeister Simon Kathrein in seiner Funktion als Bundesinnungsmeister so aktiv ist und viel herumkommt, ist der Vielfalt und Qualität des Programms sicher zuträglich. Unser Team ist mit der Zeit gewachsen, jeder hat „das Seine“ gefunden und das gesamte Organisationskomitee (OK) trägt seinen Teil bei.
Und wie soll nun die 55. Bildungswoche das Vorjahr toppen? Was sind Ihre Highlights, worauf freuen Sie sich besonders?
Ich glaube nicht, dass es ein „Highlight“ gibt. Ich rate jedem: Besucht die Website und schaut nach, was für euch das Interessanteste ist. Eben nach dem Motto: Jedem das Seine. Unser Ziel ist es, einen würdigen Rahmen und ein spannendes Programm zu gestalten. Am Montag ist die Begrüßung und es gibt traditionell einen politischen Vortrag – in Zeiten wie diesen sicher spannend, aber es soll keine politische Veranstaltung sein. Es geht darum, alte Kollegen zu treffen und neue kennenzulernen. Das ist die Quintessenz: Die Teilnehmer kommen teils seit 40, 50 Jahren nach Alpbach – wir sind eine große Familie und das ist unser Familientreffen. Mittlerweile übrigens in vierter Generation. Manche der anwesenden Holzbau-Meister habe ich schon im Kinderwagen geschoben.
Es handelt sich also um eine „familienfreundliche“ Veranstaltung? Sind Partner und Kinder ebenfalls willkommen?
Historisch betrachtet sind die Holzbau-Meister zu den Anfangszeiten der Bildungswoche in den 70er- und 80er-Jahren nicht so viel unterwegs gewesen – und das Tagesprogramm in Alpbach war deutlich reduzierter. Also hat man die Familie mitgebracht und das Private mit dem Beruflichen verbunden. Über die Jahre sind die Programmpunkte mehr geworden, die Zimmerer können heute den ganzen Tag lang fachlichem Input lauschen. Wir möchten aber ganz bewusst, dass es auch ein Familientreffen wird. Daher eine kleine Vorankündigung an dieser Stelle: Wir planen für 2027 ein eigenes Programm für Begleitungen anzubieten und freuen uns dahingehend über Anregungen.
Im Sinne der familiären Verbundenheit mit der Bildungswoche Alpbach möchte ich außerdem dem gesamten OK-Team meinen Dank für die wirklich gelungene Zusammenarbeit aussprechen. Heuer besonders auch Christoph Hofmann, der rund zehn Jahre lang mit Herzblut dabei war und von jetzt an eine andere Funktion in der Wirtschaftskammer übernimmt. Felix
Kranewitter tritt nun an seine Stelle – ein herzliches Willkommen!
Herr Marth, dieselbe Frage gilt für Sie: Warum war 2025 die beste Bildungswoche und was soll 2026 noch besser werden?
Die Antwort ist einfach: Wir erkennen es an den Besucherzahlen und dem Feedback, das wir bekommen haben. Das soll aber nicht heißen, dass wir uns auf unseren Lorbeeren ausruhen. Für 2026 ist uns wieder ein hochkarätiges Programm gelungen. Beispielsweise mit Dr. Peter Filzmaier, der vor Jahren schon einmal hier war, an Expertise gewonnen hat und nun unsere Einladung wieder angenommen hat. Dienstags und mittwochs finden die Fachvorträge statt, hier haben sich die Innung und der Verband großartig engagiert. Am Donnerstag denken wir dann „out of the box“. Vom Story-Teller über den Eishockey-Schiedsrichter zur Kampfjetpilotin: Unsere Vortragenden sprechen über Herausforderungen, die sich für uns alle ins alltägliche Leben übertragen lassen – und vielleicht dem einen oder anderen Inspiration für den eigenen Betrieb liefern. Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, um ein möglichst vielseitiges und attraktives Programm zu bieten.
Was ist Ihr persönliches Highlight der kommenden Veranstaltung?
Ich will nichts Spezielles hervorheben, es gibt so viel Interessantes – am meisten haben diejenigen davon, die sich die ganze Woche Zeit nehmen. Und hier möchte ich einen mir besonders wichtigen Punkt ansprechen: Ich bin nun seit 13 Jahren Geschäftsführer der Landesinnung Holzbau Tirol und im OK involviert. Unser Anspruch an Alpbach war immer: Wir wollen eine hochkarätige, qualitative Veranstaltung bieten, die für alle einen Mehrwert generiert und im Sinne des bereits erwähnten „Familientreffens“ auch die jungen Holzbau-Meister willkommen heißen. Deshalb bekommen alle „frischgebackenen“ Holzbau-Meister einen Gutschein für die kostenlose Teilnahme an ihrer ersten Bildungswoche in Alpbach. Für all jene, die wir bisher nicht erreicht haben gilt daher: Bitte nehmen Sie Kontakt auf!
Der Holzbau liegt Ihnen hörbar am Herzen. Sie sind in der Wirtschaftskammer neben den Zimmerern auch für andere Innungen, wie beispielsweise die Baumeister, zuständig. In Sachen Mitbewerb ist das sicher nicht immer einfach.
In der Vergangenheit gab es hier durchaus Spannungen. Umso mehr freut es mich darauf hinzuweisen, dass Simon Kathrein (Landesinnungsmeister Tirol und Bundesinnungsmeister Holzbau) und ich die Innungen Bau und Holzbau ein Stück näher zusammenbringen konnten. Die Animositäten „Holz versus Massiv“ gibt es bei uns nicht mehr – wir denken ergänzend statt trennend. Dementsprechend wollen wir zukünftig weitere Ausbildungen auch an der Bauakademie anbieten – ganz nach dem Erfolgsmodell: Vorbereitungskurs zum Holzbau-Meister, der als Pilot sehr erfolgreich umgesetzt werden konnte.
Aber um zu Alpbach zurückzukommen: Mein besonderer Dank gilt neben dem gesamten OK auch den Ausstellern. Ohne sie wäre die Veranstaltung in dieser Form nicht möglich. Mit dem Begrüßungsabend inklusive Bierverkostung möchten wir dem Rechnung tragen und laden daher alle herzlich ein, bereits am Montag und damit von Beginn an an der Bildungswoche Alpbach 2026 teilzunehmen.