Neue Strategien für Schutz und Dauerhaftigkeit

Ein Artikel von Birgit Gruber | 04.05.2026 - 09:09

Im Fokus stand die Frage, wie unterschiedlich Holzarten und -qualitäten künftig bewertet werden müssen. Neben etablierten Normen rückten insbesondere alternative Rohstoffe und Kalamitätsholz in den Blick. Klar wurde dabei, dass sich ohne präzisere Materialkenntnis die wachsende Nachfrage nach Holz kaum nachhaltig decken lässt. Parallel dazu gewinnt laut Experten das Feuchtemanagement weiter an Bedeutung. Neue Monitoringtechnologien erlauben es, kritische Zustände frühzeitig zu erkennen und Schäden zu vermeiden. Gerade im mehrschichtigen Holzbau zeigt sich, wie eng Feuchteverhalten und Lebensdauer zusammenhängen.

Brandschutz treibt Innovation

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Die Teilnehmenden der 33. Deutschen Holzschutztagung während eines Fachvortrags an der Technischen Hochschule Rosenheim.  © Christina Koch

Auch beim Brandschutz entstehen neue Lösungen. Neben regulatorischen Fragen wurden materialintegrierte Ansätze und Schutzsysteme vorgestellt, die mehr Gestaltungsspielraum im Holzbau eröffnen, ganz ohne Abstriche bei der Sicherheit.

Holz im Härtetest der Infrastruktur

Ein Projekt der TH Rosenheim lotet neue Einsatzfelder für den Baustoff Holz aus. Mit der „TTS-Bridge“ wird erstmals in Deutschland eine Verkehrszeichenbrücke in Holzbauweise entwickelt – als ressourcenschonende Alternative zu metallischen Konstruktionen. Die Anforderungen sind hoch. Das Tragwerk aus Brettschichtholz ist permanent dynamischen Verkehrseinwirkungen, Witterung und salzhaltiger Sprühnebelbelastung ausgesetzt. Um die Dauerhaftigkeit sicherzustellen, kombiniert das Forschungsteam konsequenten konstruktiven Holzschutz mit einem umfassenden Monitoring der Bauteilzustände. Im Fokus stehen intelligente Detailausbildungen. Diffusionsoffene und gleichzeitig regendichte Schichten, robuste Oberflächen sowie hinterlüftete Konstruktionen tragen maßgeblich dazu bei, Feuchteschäden zu vermeiden. Erste Ergebnisse bei der Veranstaltung zeigen, dass gerade dieses Zusammenspiel entscheidend ist. Das Vorhaben macht deutlich, dass Holz auch unter anspruchsvollen Bedingungen im Infrastrukturbau funktionieren kann, vorausgesetzt, Planung, Materialwahl und Überwachung greifen ineinander.

Das Fazit der Veranstaltung lautete: Der Holzbau wird komplexer und zugleich leistungsfähiger. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Materialwissen, Planung und technischer Überwachung.

Quelle: TH Rosenheim